Gicht (Arthritis urica) – Ursachen, Stadien, Therapie und purinarme Ernährung
| Diets Premium Experte Oliwia Kaczmarek | Min. Lesezeit 3 min | Wissenschaftlich geprüft durch klinische Ernährungsberater 23.10.2026 |
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Die Gicht (Arthritis urica) ist eine schmerzhafte metabolische Gelenkerkrankung, die durch die Ablagerung von Harnsäurekristallen entsteht. Dieser medizinische Leitfaden erklärt die Ätiologie der Hyperurikämie, die 4 klinischen Phasen und die Grundpfeiler einer purinarmen Ernährung.
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Was ist Gicht und wie entsteht Hyperurikämie?
Gicht ist eine entzündliche Stoffwechselerkrankung, die auf einer Erhöhung der Harnsäure im Serum (>6,8 mg/dl bzw. >400 µmol/l, Hyperurikämie) beruht. Harnsäure ist das Endprodukt des Abbaus von Purinen:
- Übersteigt die Konzentration die Löslichkeitsgrenze, fallen Natriumuratkristalle aus.
- Diese nadelartigen Kristalle lagern sich in Gelenken, Sehnenscheiden und Schleimbeuteln ab und aktivieren das NLRP3-Inflammasom, was heftige akute Entzündungsreaktionen auslöst.
Die 4 klinischen Phasen der Gicht
Der Verlauf der Erkrankung unterteilt sich in 4 Stadien:
- 1. Asymptomatische Hyperurikämie: Erhöhte Harnsäurewerte ohne Gelenksymptome (kann jahrelang bestehen).
- 2. Akuter Gichtanfall: Plötzlicher, extrem schmerzhafter Anfall, klassischerweise nachts im Großzehengrundgelenk (Podagra). Das Gelenk ist gerötet, heiß und geschwollen.
- 3. Interkritisches Intervall: Beschwerdefreie Intervalle zwischen Anfällen; Uratkristalle lagern sich jedoch weiterhin subklinisch ab.
- 4. Chronische tophöse Gicht: Dauerhafte Gelenkdeformitäten und sichtbare Uratknoten (Tophi) an Händen, Füßen und Ohrmuscheln sowie Nierenschäden (Gichtniere).
Ursachen: Primäre vs. Sekundäre Gicht
Mediziner unterscheiden zwei ätiologische Hauptformen:
- Primäre Gicht (ca. 90 %): Angeborene Störung der renalen Harnsäureausscheidung (verminderte tubuläre Clearance) bei genetischer Veranlagung.
- Sekundäre Gicht (ca. 10 %): Erworbene Harnsäureüberproduktion (z. B. bei Chemotherapie, Leukämie) oder verminderte Ausscheidung durch Niereninsuffizienz, Diuretika-Einnahme oder chronischen Alkoholkonsum.
Medikamentöse Therapie des Anfalls und Harnsäuresenkung
Die Therapie gliedert sich in zwei Säulen:
- Akuttherapie: Rasche Entzündungshemmung durch NSAR (z. B. Ibuprofen, Indometacin), Colchicin oder orale Glukokortikoide. Aspirin ist kontraindiziert, da es die Harnsäureausscheidung hemmt.
- Dauerhafte Harnsäuresenkung: Nach Abklingen des Anfalls werden Xanthinoxidasehemmer (Allopurinol oder Febuxostat) eingesetzt, um den Harnsäurespiegel dauerhaft unter 6,0 mg/dl (bei Tophusgicht unter 5,0 mg/dl) zu senken und Kristalle aufzulösen.
Die purinarme Diät – Praktische Ernährungsempfehlungen
Die Ernährung ist der entscheidende Lebensstilfaktor bei Gicht:
- Streng meiden: Innereien (Leber, Niere, Herz), Fleischbrühen, Heringe, Sardinen, Meeresfrüchte sowie Bier (auch alkoholfreies Bier, da Bierhefe extrem purinreich ist) und hochfruktosehaltige Maissirupe (Softdrinks).
- Moderate Mengen: Mageres Fleisch und Geflügel. Pflanzliche purinreiche Lebensmittel (Hülsenfrüchte, Spinat) erhöhen nach modernen Studien das Gichtrisiko nicht signifikant und sind erlaubt.
- Protektiv und empfohlen: Fettarme Milchprodukte (Milch, Joghurt), Sauerkirschen (reich an Anthocyanen, die Harnsäure senken), Vitamin C, Kaffee und reichlich Wasser (2,5–3 Liter täglich).
Oliwia Kaczmarek
✓Diets Premium Experte
Experte im Team von Diets Premium. Spezialisiert auf Ernährungspläne, Kraftsport und Trainingspläne.
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