Definition von Sturzboden
Sturzboden, auch bekannt als Gicht, Arthritis oder Harnsäurekrankheit, entsteht durch die Ablagerung von Harnsäurekristallen in Geweben, Organen und Gelenkflüssigkeiten. Dies führt zu wiederkehrenden Gelenkentzündungen und starken Schmerzen, die besonders morgens auftreten. Früher wurde die Erkrankung als "Krankheit der Könige" bezeichnet, da sie vor allem Menschen betraf, die einen bewegungsarmen Lebensstil pflegten und übermäßig Alkohol konsumierten. In den Anfangsstadien treten die Symptome nur selten auf, meist 1–2 Mal pro Jahr oder sogar nur alle zwei Jahre. Ohne Behandlung nehmen die Beschwerden jedoch an Häufigkeit zu und die Krankheit wird chronisch.
Harnsäuregicht – Symptome und Diagnose
Neben starken Gelenkschmerzen können bei Patienten mit Gicht weitere Symptome auftreten, darunter: Fieber, Schüttelfrost, allgemeine Schwäche, Rötung der Haut an der betroffenen Gelenkstelle sowie eingeschränkte Gelenkfunktion. Die Diagnose von Gicht erfolgt durch die Untersuchung von Gelenkflüssigkeit, in der Harnsäurekristalle nachgewiesen werden. Häufiger wird jedoch eine Blutuntersuchung durchgeführt, um die Konzentration von Harnsäure zu bestimmen – dem Endprodukt des Purinstoffwechsels. Diese Verbindungen erfüllen wichtige Funktionen im Körper, darunter die Kodierung genetischer Informationen und die Synthese von Nukleosiden. Die Referenzwerte für Harnsäure liegen bei: Frauen vor den Wechseljahren – 4,0 mg/dl, Frauen nach den Wechseljahren – 4,7 mg/dl, Männer – 5,2 mg/dl (D. Włodarek et al., 2015).
Ursachen einer erhöhten Harnsäurekonzentration
Eine Hyperurikämie liegt vor, wenn der Harnsäurespiegel im Blut über 7 mg/dl steigt. Die Ursachen dafür sind vielfältig, und man unterscheidet zwischen primärer und sekundärer Hyperurikämie. Die primäre Form ist genetisch bedingt und entsteht durch gestörte Enzymfunktionen im Purinstoffwechsel, was zu einer übermäßigen Harnsäureproduktion führt. Die sekundäre Hyperurikämie hingegen entsteht durch äußere Faktoren wie eine purinreiche Ernährung, übermäßigen Alkoholkonsum, die Einnahme bestimmter Medikamente sowie eine beeinträchtigte Nierenfunktion, die die Ausscheidung von Harnsäure erschwert.
Ernährungstherapie bei Gicht – wichtige diätetische Grundsätze
Die Ernährung spielt eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Gicht, daher ist es bei Diagnosestellung notwendig, die Ernährung des Patienten anzupassen. Ein zentraler Aspekt ist die Reduktion purinreicher Lebensmittel. Die Aufklärung des Patienten ist essenziell, da eine korrekte Ernährung Rückfälle verhindern kann. Purine kommen hauptsächlich in Innereien, Fleischwaren, bestimmten Fischsorten, Meeresfrüchten, Hülsenfrüchten und Pilzen vor. Das bedeutet nicht, dass diese Lebensmittel vollständig gemieden werden müssen, sondern dass sie reduziert oder durch Alternativen ersetzt werden sollten. Fleischwaren und Innereien können durch mageres Fleisch wie Hähnchen oder Pute ersetzt werden, die weniger Purine enthalten. Hochpurine Fische wie Heringe, Sardinen oder Makrele können durch Lachs oder Kabeljau ersetzt werden, die weniger Purine enthalten. Fische und Meeresfrüchte sind wichtige Quellen für Omega-3-Fettsäuren, daher sollten sie nicht vollständig gemieden werden. Hülsenfrüchte wie Linsen, Kichererbsen oder Erbsen sollten reduziert, aber nicht vollständig gestrichen werden, da sie pflanzliches Eiweiß, Vitamine und Mineralstoffe liefern. Alkohol, insbesondere Bier, sollte vermieden werden, da er den Harnsäurespiegel erhöht. Zucker und Süßigkeiten können die Symptome verschlimmern, daher sollten Lebensmittel mit Fruktosezusatz reduziert werden. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist wichtig – Patienten sollten mindestens drei Liter Flüssigkeit pro Tag zu sich nehmen, vorzugsweise Wasser, Tee oder Getreidekaffee. Moderate körperliche Aktivität kann die Gewichtsreduktion unterstützen und den Harnsäurespiegel senken, während bei akuten Gichtanfällen intensive Belastungen vermieden werden sollten.
Präventive Maßnahmen bei Harnsäuregicht
Studien haben gezeigt, dass Harnsäuregicht häufig mit Übergewicht und Adipositas einhergeht. Eine kalorienreduzierte Ernährung kann das Körpergewicht senken und somit das Risiko für Gichtanfälle verringern (K. T. Clebak, A. Morrison, J. R. Croad, 2020).
Reduzierung des Verzehrs von rotem Fleisch und Innereien
Da Innereien wie Leber und Milz enthalten eine hohe Konzentration an Purinverbindungen, weshalb ihr Verzehr deutlich reduziert werden sollte. Zudem wird empfohlen, den Konsum von rotem Fleisch zu verringern und stattdessen mageres Fleisch wie Hähnchen oder Pute zu bevorzugen. Laut den Empfehlungen für eine gesunde Ernährung sollten gesunde Erwachsene nicht mehr als 500 g rotes Fleisch pro Woche verzehren. Personen mit Gicht sollten diese Menge weiter reduzieren und sich auf Geflügel und Fisch beschränken, maximal 2–3 Mal pro Woche.
Alkoholkonsum beenden
Alkoholische Getränke, vor allem Bier, führen zu einer deutlichen Steigerung des Harnsäurespiegels im Blut. Der Verzicht auf deren Konsum kann vor der Entstehung einer Gicht schützen.
Vielfarbige Gemüse und Früchte verzehren
Diese Lebensmittel weisen nur geringe Purinmengen auf, sind jedoch eine reichhaltige Quelle für Vitamine und Mineralstoffe. Eine tägliche Zufuhr von mindestens 400 g trägt zur Aufrechterhaltung der normalen Körperfunktionen bei.
Die Bedeutung von Milchprodukten in der Ernährung
Es ist wichtig zu beachten, dass fermentierte Milchprodukte wie Naturjoghurt, Kefir oder Quark keine bedeutende Quelle für Purine darstellen, weshalb sie nicht aus der Ernährung ausgeschlossen werden sollten. Täglich wird die Aufnahme von zwei Portionen Milch oder deren Alternativen, wie Joghurt, Kefir oder Quark, empfohlen. Entscheidend ist die Wahl von fettarmen und zuckerfreien Produkten, um eine gesunde Ernährungsbalance zu gewährleisten.
Körperliche Bewegung
Regelmäßige körperliche Bewegung senkt das Risiko von Übergewicht, unterstützt den Gewichtsverlust und verringert die Wahrscheinlichkeit einer Gichtentwicklung. Empfohlen wird tägliche Bewegung, angepasst an die individuellen Fähigkeiten und den Gesundheitszustand des Patienten.