Laut der Bewertung der American Gastroenterological Society können Verstopfung 16 Prozent der Erwachsenen betreffen, und sie kann sogar ein Drittel der Menschen über 60 Jahren betreffen, ebenso wie Kinder. Es ist von Bedeutung, die Methoden zu kennen, wie man selbst damit umgehen kann, und welche Anzeichen den Besuch bei einem Arzt erforderlich machen.
Obstipation: Definition, ätiologische Grundlagen und diagnostische Kriterien nach aktuellen Leitlinien
Bei über 90 % der Betroffenen liegt eine idiopathische Obstipation vor, das heißt, es lässt sich keine organische Ursache für die Beschwerden identifizieren. Zu den Erkrankungen, die mit dieser Form der Verstopfung einhergehen können, zählen unter anderem das Reizdarmsyndrom (IBS) sowie funktionelle Obstipation. Gemäß der aktuellen Klassifikation funktioneller gastrointestinaler Störungen – den Römischen Kriterien IV – wird eine funktionelle Obstipation diagnostiziert, wenn mindestens zwei der folgenden Symptome über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten bestehen:
1. Erhebliches Pressen während des Stuhlgangs in mehr als 25 % der Defäkationen.
2. Absetzen von hartem oder klumpigem Stuhl in mehr als einem Viertel der Stuhlgänge.
3. Anhaltendes Gefühl der unvollständigen Darmentleerung in über 25 % der Fälle.
4. Subjektives Empfinden einer Blockade im Kolon oder Rektum während mehr als 25 % der Defäkationen.
5. Manuelle Manipulationen zur Erleichterung des Stuhlgangs (z. B. digitale Ausräumung oder Druck auf den Damm), die in über einem Viertel der Fälle erforderlich sind.
6. Reduzierte Spontandefäkation mit weniger als drei Stuhlgängen pro Woche.
Funktionelle Obstipation kann sowohl bei normaler als auch bei verlangsamter Darmtransitzeit auftreten. Unter physiologischen Bedingungen beträgt die Passagezeit des Stuhls durch den Dickdarm 20 bis 72 Stunden; bei gestörter Motilität (z. B. durch verminderte Peristaltik) kann sich dieser Zeitraum jedoch auf bis zu fünf Tage verlängern. Eine weitere Ursache kann in einer gestörten Koordination der Beckenbodenmuskulatur liegen, etwa durch fehlerhafte Kontraktion oder Relaxation des Analsphinkters. Es ist wichtig zu betonen, dass gelegentliche Verstopfung ein normales Phänomen darstellt und durch Faktoren wie häufige Reisetätigkeit, ballaststoffarme Ernährung, Bewegungsmangel oder hormonelle Veränderungen – insbesondere während der Schwangerschaft – begünstigt werden kann.
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