Süßholz (Lakritz): heilende Eigenschaften, Anwendungsmöglichkeiten, Getränke aus der Wurzel – ist es in der Schwangerschaft sicher?
| Diets Premium Experte Anna Schmidt | Min. Lesezeit 3 min | Wissenschaftlich geprüft durch klinische Ernährungsberater 23.10.2026 |
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Die Bezeichnung "Süßholz" leitet sich von den altgriechischen Begriffen "glykys" (übersetzt: "süß") und "rhiza" (bedeutet: "Wurzel") ab. Aufgrund des Reichtums an bioaktiven Inhaltsstoffen mit nachgewiesenen gesundheitlichen Vorteilen wird die Süßholzwurzel seit Jahrhunderten als wertvoller Rohstoff in der traditionellen Medizin verschiedener Kulturen geschätzt – sowohl zur Vorbeugung als auch zur Behandlung unterschiedlicher Beschwerden.
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Phytochemisches Profil der Süßholzwurzel: Glycyrrhizin und Flavonoide
Die Süßholzwurzel (Glycyrrhiza glabra) gehört zu den ältesten Heilpflanzen der Phytomedizin. Hauptwirkstoff ist das Triterpensaponin Glycyrrhizin, das rund 50-mal süßer als Haushaltszucker schmeckt.
Flavonoide wie Liquiritin, Isoliquiritigenin und Glabridin verleihen der Wurzel krampflösende, antioxidative und antimikrobielle Eigenschaften gegen Helicobacter pylori.
Wirkmechanismen: Magenschleimhautschutz und sekretolytische Wirkung
Süßholz besitzt vielseitige klinische Wirkungen:
- Gastroprotektion: Fördert die Bildung von Magenschleim, schützt die Schleimhaut und beschleunigt die Abheilung von Ulzera und Gastritis.
- Sekretolytische Wirkung bei Husten: Saponine verflüssigen zähes Bronchialsekret und erleichtern das Abhusten bei Reizhusten und Bronchitis.
- Entzündungshemmung: Hemmt selektiv die Cyclooxygenase-2 (COX-2) und lindert entzündliche Schleimhautprozesse.
Pseudohyperaldosteronismus und Hypertonierisiko
Glycyrrhetinsäure hemmt das renale Enzym 11-beta-HSD2, welches normalerweise aktives Cortisol in inaktives Cortison umwandelt. Die Blockade führt dazu, dass Cortisol ungehindert Mineralokortikoid-Rezeptoren aktiviert.
Dies löst einen Pseudohyperaldosteronismus aus: Natrium und Wasser werden retiniert, während Kalium verloren geht (Hypokaliämie). Die Folge sind Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen. Die Einnahme sollte auf maximal 4–6 Wochen begrenzt sein; Hypertoniker sollten auf deglycyrrhiziniertes Süßholz (DGL) ausweichen.
Absolute Kontraindikationen: Schwangerschaft, Stillzeit und Wechselwirkungen
Süßholzwurzel mit Glycyrrhizin ist in der Schwangerschaft absolut kontraindiziert. Studien belegen, dass Glycyrrhizin die Plazentaschranke durchbricht, Frühgeburten begünstigt und die neurologische Entwicklung des Fötus (Aufmerksamkeitsdefizite, verringerte kognitive Fähigkeiten) beeinträchtigen kann.
Zudem treten gravierende Wechselwirkungen mit Schleifendiuretika (Verstärkung des Kaliummangels), Herzglykosiden (Digoxin-Toxizität) und Antihypertensiva auf.
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Anna Schmidt
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