Derzeit wird viel Aufmerksamkeit auf Lebensstile gerichtet, die zu Gesundheit und guter körperlicher Verfassung führen. Dennoch darf der Prozess des Alterns nicht vernachlässigt werden, da er sich negativ auf die unabhängige Funktionalität und die Fähigkeit zur körperlichen Aktivität auswirken kann. Sarkopenie ist ein ernstes Problem für Gesellschaften, in denen die Lebensdauer stetig zunimmt. Unabhängig vom Grad der körperlichen Aktivität und des Lebensstils kann Sarkopenie ein natürlicher Ausgang des Verlaufs der Zeit sein.
Charakterisierung und Einteilung der Sarkopenie im geriatrischen Kontext
Sarkopenie stellt eine bedeutende altersassoziierte Erkrankung dar, die durch einen fortschreitenden Verlust an Muskelmasse sowie eine Abnahme der muskulären Leistungsfähigkeit gekennzeichnet ist. Diese Veränderungen bedingen ein erhöhtes Risiko für sturzbedingte Verletzungen, eine Einschränkung der selbstständigen Lebensführung sowie eine gesteigerte Mortalität. Die Europäische Arbeitsgruppe für Sarkopenie bei älteren Menschen (EWGSOP2) hat eine Klassifizierung vorgeschlagen, die sowohl ätiologische Faktoren als auch den zeitlichen Verlauf berücksichtigt. Demnach lässt sich zwischen einer primären Form (ohne erkennbare äußere Ursache), einer sekundären Form (als Folge von Begleiterkrankungen, Mangelernährung oder Bewegungsmangel) sowie – abhängig von der Dauer – einer akuten Variante (mit einer Dauer von weniger als sechs Monaten) und einer chronischen Variante (mit einer Dauer von mehr als sechs Monaten) unterscheiden, wie in der Studie von Cruz-Jentoft et al. aus dem Jahr 2019 detailliert dargelegt.
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