In den letzten Jahren hat das Wissen über die Auswirkungen von Mikrobioten, d.h. Bakterien, die den menschlichen Körper besiedeln, auf die menschliche Funktion zugenommen. Störungen in der Zusammensetzung der Mikrobiota können zur Entstehung von Allergien und Autoimmunerkrankungen beitragen. Daher arbeiten viele Forscher an Möglichkeiten, die Zusammensetzung der Mikrobiota zu beeinflussen und sie wieder in einen gesunden Zustand zu versetzen. Derzeit werden hauptsächlich Präbiotika, Probiotika und Synbiotika für diesen Zweck eingesetzt. In letzter Zeit hat jedoch eine neue Gruppe, die Postbiotika, an Popularität gewonnen. Es lohnt sich daher, sich anzuschauen, was sie sind und wie sie funktionieren, sowie wie sie sich von anderen Präparaten unterscheiden.
Begriffsbestimmung: wissenschaftliche Definition von Postbiotika nach aktuellen Forschungserkenntnissen
Gemäß der maßgeblichen Definition der International Scientific Association for Probiotics and Prebiotics (ISAPP) bezeichnen "Postbiotika" Präparate, die inaktivierte Mikroorganismen bzw. deren biologisch aktive Bestandteile enthalten und eine gesundheitsfördernde Wirkung auf den Wirt ausüben (Salminen et al., 2021). Diese Kategorie umfasst somit nicht nur vollständige, abgetötete Bakterienzellen, sondern auch strukturelle Komponenten wie Zellmembranfragmente oder Peptidoglykan-Schichten sowie Metaboliten, die durch mikrobielle Fermentationsprozesse entstehen. Zu diesen Substanzen zählen unter anderem organische Carbonsäuren, verschiedene B-Vitamine und kurzkettrige Fettsäuren – etwa Acetat, Propionat und Butyrat –, die eine zentrale Rolle bei der Aufrechterhaltung der intestinalen und systemischen Homöostase spielen.
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