Candidiasis ist eine der am weitesten verbreiteten Pilzinfektionen, die weltweit Menschen betreffen. Obwohl sie in vielen Fällen mild und nicht lebensbedrohlich ist, kann sie erhebliche Beschwerden und Komplikationen verursachen, insbesondere bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Diese Krankheit wird durch Hefe der Gattung Candida verursacht, die natürlich im menschlichen Körper vorkommt. Probleme treten auf, wenn sie sich unkontrolliert vermehren und dadurch das Gleichgewicht der Mikrobiota stören.
Ätiologische Faktoren von *Candida*-Hefepilzinfektionen: Eine multikausale Betrachtungsweise
Die primäre Ursache für die Kolonisation und pathogene Vermehrung von Hefepilzen der Gattung *Candida* liegt in einer Dysfunktion des Immunsystems, die sowohl durch chronische metabolische Erkrankungen (z. B. Hyperglykämie bei Diabetes mellitus Typ 1 und 2) als auch durch sekundäre Immunsuppressionszustände – einschließlich HIV-Infektionen, Glukokortikoidtherapien oder biologisch modifizierende Immunantwort-Hemmer – ausgelöst wird. Von entscheidender Bedeutung sind ebenfalls iatrogene Faktoren, insbesondere Breitbandantibiotika, die durch die Eliminierung konkurrierender bakterieller Darm- und Schleimhautflora eine ökologische Nische für opportunistische Mikroorganismen schaffen. Hormonelle Dysregulationen (z. B. erhöhter Östrogenspiegel während der Schwangerschaft, Schwankungen in der Perimenopause) sowie die exogene Zufuhr synthetischer Hormone (orale Kontrazeptiva, hormonelle Ersatztherapie) verändern die lokalen Mikroumgebungsbedingungen und erleichtern so die Adhäsion und Invasion von Pilzzellen. Zudem führen Störungen im Kohlenhydratstoffwechsel – sowohl angeborene (z. B. Glukosetransporterdefekte) als auch erworbene (Insulinresistenz) – zu einer erhöhten Konzentration energetischer Substrate in Körperflüssigkeiten, was ein optimales Milieu für die Proliferation von *Candida albicans* und verwandten Arten darstellt. Eine Ernährung, die arm an Präbiotika und Polyphenolen, jedoch reich an einfachen Zuckerarten mit hohem glykämischen Index, fermentierten Alkoholen und hochverarbeiteten Lebensmitteln ist, verstärkt die intestinale Dysbiose und systemische Entzündungsreaktionen, was kumulativ die Anfälligkeit für Pilzinfektionen erhöht. Verhaltensbedingte Faktoren wie chronischer oxidativer Stress (verursacht durch Schlafmangel oder übermäßige psychische Belastung), Tabakkonsum (insbesondere im Zusammenhang mit oraler Candidiasis bei Trägern schlecht sitzender oder unzureichend gereinigter Zahnprothesen) sowie das Tragen von Kleidung aus nicht atmungsaktiven Materialien (z. B. Polyester) begünstigen lokale Feuchtigkeitsstauungen und erhöhte Hauttemperaturen, was eine Prädisposition für dermatologische und mukosale Infektionen schafft. Epidemiologische Studien (u. a. Rodrigues et al., 2019; Bouopda Tamo, 2020) bestätigen, dass das Zusammenspiel dieser endogenen und exogenen Faktoren sowohl die Häufigkeit als auch die klinische Schwere von Candidosen bestimmt.
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