Der Gesundheitszustand von älteren Menschen wird durch eine beträchtliche Anzahl von Faktoren beeinflusst. Einige davon betreffen das Funktionieren des Körpers, andere hingegen das gesellschaftliche Leben oder die Umweltbedingungen. Um die Lebensqualität der älteren Menschen zu verbessern, ist ein ganzheitlicher Ansatz erforderlich, der die wichtigsten Faktoren berücksichtigt.
Körperliche Aktivität als präventive Gesundheitsmaßnahme für ältere Menschen: zentrale Aspekte und fachliche Empfehlungen
Der fortschreitende Alterungsprozess des menschlichen Organismus geht mit zahlreichen physiologischen Veränderungen einher, die die Funktionsfähigkeit älterer Menschen maßgeblich beeinträchtigen. Häufige Herausforderungen umfassen eine verminderte kardiovaskuläre und respiratorische Leistungsfähigkeit, eingeschränkte Gelenkbeweglichkeit, den Verlust an Knochendichte, Störungen des Gleichgewichtssinns, ein erhöhtes Sturzrisiko sowie den schrittweisen Abbau von Muskelkraft und -masse (Białkowska et al., 2017). Obwohl eine Umfrage unter fast 200 Seniorinnen ergab, dass 93 % der Befragten angaben, körperlich aktiv zu sein, sehen sich ältere Menschen im Alltag mit einer Vielzahl von Hindernissen konfrontiert, die die Aufnahme oder Aufrechterhaltung eines aktiven Lebensstils erschweren (Witkowski et al., 2018). Fachleute nennen folgende Barrieren: Übergewicht oder Adipositas, die Angst vor Verletzungen, die Sorge vor sozialer Bloßstellung, chronische Schmerzzustände (z. B. in Gelenken oder der Wirbelsäule), Schwierigkeiten bei der Freizeitgestaltung und mangelnde Kreativität in der Aktivitätsplanung, Bewegungseinschränkungen aufgrund vorheriger Operationen oder Begleiterkrankungen, kognitive Defizite (z. B. Sehschwäche oder psychische Probleme) sowie soziale Faktoren wie Isolation, Rückzug aus dem gesellschaftlichen Leben, die Scheu vor neuen Kontakten oder das fehlende Bedürfnis nach Austausch mit Gleichaltrigen oder anderen Personen (Hebert et al., 2024).
Das Konzept des aktiven und gesunden Alterns gewinnt zunehmend an Bedeutung in der geriatrischen Praxis. Regelmäßige körperliche Betätigung bringt multifaktorielle Vorteile mit sich – insbesondere für das Bewegungssystem, wo gezielt ausgewählte Übungen mit angemessener Intensität Schmerzen lindern, die Gelenkflexibilität erhalten, die Muskelkraft steigern, den Muskelmasseerhalt fördern, die allgemeine Ausdauer verbessern und die Knochenstruktur stärken können. Darüber hinaus wirkt sich körperliche Aktivität positiv auf den Stoffwechsel aus (z. B. durch verbesserte Insulinempfindlichkeit der Gewebe und Glukosetoleranz), stärkt die Infektionsabwehr des Organismus und unterstützt kognitive Funktionen wie Gedächtnis, Konzentration und Aufmerksamkeitsspanne (Mazurek et al., 2014). Die Polnische Gerontologische Gesellschaft empfiehlt Senioren ohne medizinische Kontraindikationen, Ausdauerübungen, aerobe Aktivitäten mit Beteiligung kleiner Muskelgruppen sowie dynamische Übungen für größere Muskelpartien in ihren Trainingsplan zu integrieren (Skrzek, 2019). Hebert und Kollegen betonen zudem, dass ein schrittweises Steigern der Belastungsintensität und des Trainingsumfangs ein zentraler Bestandteil des medizinischen Trainings ist, wobei das Programm stets an die individuellen Fähigkeiten und Bedürfnisse der Übenden angepasst werden sollte (Hebert et al., 2024).
Sie haben begonnen, einen PRO-Artikel zu lesen
Sie können das erste Kapitel lesen. Um den gesamten Artikel zu lesen und alle Inhalte freizuschalten, wechseln Sie zum PRO-Konto.