Übergewicht kann sicherlich als eine Epidemie des 21. Jahrhunderts bezeichnet werden. Immer mehr wird über seine negativen Folgen für die Gesundheit gesprochen, aber dennoch steigt der Prozentsatz der Übergewichtigen jedes Jahr an. Zu diesen negativen Konsequenzen gehören Störungen des Kohlenstoffstoffwechsels, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Dyslipidämie und viele andere. Aber erleben wirklich alle übergewichtigen Menschen diese Auswirkungen? Es stellt sich heraus, dass es Fälle gibt, in denen diese Komplikationen nicht auftreten. Dieser Typ von Übergewicht wird als metabolisch gesundes Übergewicht (MHO) bezeichnet, das in medizinischen Kreisen breit diskutiert wird, aber auch oft von Verfechtern der Body-Positivity-Bewegung und Aktivisten, die gegen Diskriminierung aufgrund des Körpergewichts kämpfen, betont wird.
Fettleibigkeit: Medizinische Definition und Einstufung nach internationalen Richtlinien
Gemäß der Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme in der 11. Revision (ICD-11) stellt Adipositas eine chronische, multikausale Erkrankung mit komplexer Ätiologie dar, die durch eine übermäßige Ansammlung von Fettgewebe im Körper gekennzeichnet ist. Die Ursachen hierfür können umweltbedingt sein – etwa durch ungesunde Ernährungsgewohnheiten oder Bewegungsmangel –, aber auch psychologische Faktoren (z. B. emotional bedingte Essstörungen) oder biologische Prädispositionen (genetische Veranlagung oder hormonelle Dysregulationen) umfassen. Das primäre diagnostische Instrument bleibt der Body-Mass-Index (BMI), wobei ein Wert von 30 kg/m² oder höher als Schwellenkriterium für die Diagnose Adipositas gilt. Innerhalb dieser Krankheitseinheit lassen sich zwei Hauptphänotypen der Fettverteilung unterscheiden: der gluteofemorale (gynoide) Typ, der häufiger bei Frauen auftritt, und der abdominale (androide) Typ, der vor allem bei Männern beobachtet wird. Letzterer ist mit einem deutlich erhöhten Risiko für metabolische Komplikationen verbunden, darunter Insulinresistenz, Hyperglykämie, Dyslipidämie und arterielle Hypertonie. Dennoch gibt es eine Untergruppe von Patienten mit einem BMI ≥ 30 kg/m², bei denen trotz erheblichen Übergewichts keine metabolischen Störungen nachweisbar sind; dieses Phänomen wird als "metabolisch gesunde Adipositas" bezeichnet, wobei die langfristigen gesundheitlichen Auswirkungen weiterhin Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen sind.
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