Die heute weit verbreiteten Nahrungsmittel erfüllen eine Vielzahl von Aufgaben, nicht nur das Stillen von Hunger, sondern auch kulturelle, soziale und psychologische Funktionen. Essen wird oft als eine Art des Umgangs mit psychischem Stress betrachtet, was leider eine Reihe negativer Auswirkungen mit sich bringt, wie beispielsweise Essstörungen, Gewichtszunahme und Verschlechterung der körperlichen und psychischen Gesundheit.
Stress: Grundlegende Definitionen und Reaktionsmechanismen des Organismus
Um das Phänomen Stress umfassend zu begreifen, ist es unerlässlich, sich auf seine wissenschaftlichen Grundlagendefinitionen zu beziehen. Bereits 1977 prägte der kanadische Endokrinologe Hans Selye den Begriff Stress als **eine unspezifische, systemweite Reaktion des Organismus** auf interne und externe Reizfaktoren, die als Stressoren bezeichnet werden. Diese lösen durch die Aktivierung komplexer neuroendokriner Signalwege sowie kognitiver Prozesse eine Störung des homöostatischen Gleichgewichts aus, was letztlich zu einer Beeinträchtigung der körperlichen und psychischen Gesundheit führen kann. Eine alternative, psychologisch ausgerichtete Definition wurde 1984 von Richard S. Lazarus und Susan Folkman formuliert: Hier wird Stress als **dynamische Wechselwirkung zwischen dem Individuum und seinem sozialen sowie umweltbedingten Kontext** verstanden, deren Intensität von der subjektiven Bedrohungseinschätzung und den verfügbaren Bewältigungsressourcen abhängt. Übersteigen die Umweltanforderungen die individuellen Anpassungsfähigkeiten, resultiert daraus eine Überlastungssituation, die das Wohlbefinden und die Lebensqualität nachhaltig beeinträchtigen kann.
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