Kalziummangel ist in der polnischen Ernährung ziemlich verbreitet. Es wird in allen Altersgruppen beobachtet, jedoch ist es wichtig zu betonen, dass insbesondere Frauen nach dem 50. Lebensjahr, also während der Postmenopause, gefährdet sind. In diesem Alter steigt der Bedarf an Kalzium bei Frauen. Die Aufnahme von kalziumreichen Lebensmitteln in die Ernährung und in manchen Fällen auch die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln kann das Risiko von Osteoporose reduzieren.
Die vielfältigen Funktionen von Kalzium und seine ernährungsphysiologischen Quellen – eine umfassende Übersicht
Kalzium stellt ein essenzielles Mineral dar, das eine zentrale Rolle für die strukturelle Integrität des Skelettsystems spielt. Es ist unverzichtbar für die Mineralisierung und das Wachstum der Knochen, wobei etwa 99 % des gesamten Kalziumbestands im menschlichen Körper in den Knochen, Zähnen, Nägeln und im Knorpelgewebe eingebettet sind. Die verbleibenden 1 % zirkulieren in den Körperflüssigkeiten und Weichgeweben, wo sie an der Regulation lebenswichtiger physiologischer Prozesse beteiligt sind. Die Bedeutung von Kalzium beschränkt sich jedoch nicht auf strukturelle Funktionen – es steuert die Kontraktionsfähigkeit der Skelett- und glatten Muskeln, unterstützt die Herzfunktion und die nervale Signalweiterleitung, spielt eine entscheidende Rolle bei der Blutgerinnung sowie bei der Synthese und Freisetzung von Hormonen. Darüber hinaus trägt es zur Regulation des Blutdrucks bei. Aufgrund dieser vielfältigen Funktionen ist eine kontinuierliche Zufuhr durch eine ausgewogene Ernährung unerlässlich. Der tägliche Bedarf variiert je nach Geschlecht, Alter und physiologischem Zustand – insbesondere während der Pubertät (aufgrund des intensiven Knochenwachstums), in der Schwangerschaft und im höheren Lebensalter steigt der Bedarf deutlich an. Für Erwachsene wird eine tägliche Zufuhr von 1000–1200 mg empfohlen. Obwohl Milchprodukte wie Milch, Käse und Joghurt als die reichhaltigsten Quellen für bioverfügbares Kalzium gelten, kann der Bedarf auch durch eine milchfreie Ernährung gedeckt werden, indem auf pflanzliche Alternativen zurückgegriffen wird. Zu den kalziumreichen Lebensmitteln zählen Hülsenfrüchte (Soja, Spargelbohnen), Blattgemüse (Grünkohl), Ölsaaten (Sonnenblumenkerne, Mohn, Sesam, Chiasamen) sowie Nüsse (Mandeln). Zusätzliche Quellen stellen angereicherte Produkte wie Tofu oder pflanzliche Drinks sowie mineralstoffreiche Mineralwässer dar. Allerdings ist die Bioverfügbarkeit von Kalzium von verschiedenen Faktoren abhängig – der Gehalt an Ballaststoffen, Oxalsäure oder Phytinsäure (häufig in pflanzlichen Lebensmitteln enthalten) kann die intestinale Aufnahme erheblich beeinträchtigen. Von entscheidender Bedeutung ist zudem das Verhältnis von Kalzium zu Phosphor in der Ernährung (mindestens 1:1, idealerweise mit einem Überschuss an Kalzium), da ein übermäßiger Phosphorkonsum – wie er in verarbeiteten Lebensmitteln (Wurst, Schmelzkäse, Instant-Suppen, Cola-Getränke) häufig vorkommt – den Kalziumstoffwechsel stören kann. Die beste Verwertbarkeit zeigt Kalzium aus fermentierten Milchprodukten wie Naturjoghurt, Kefir oder Hartkäse.
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