Bis vor kurzem haben wir die wahre Bedeutung von Schlaf nicht geschätzt. Eine verkürzte Nachtruhe wurde mit Fleiß, Aktivität und Erfolg in Verbindung gebracht. Wissenschaftliche Studien zeigen jedoch, dass Schlafmangel einen schädlichen Einfluss auf unsere Gesundheit haben kann. Wenn wir ausgeruht sind, arbeitet nicht nur unser Gehirn besser, sondern wir sind auch in der Lage, unser Ernährungsverhalten besser zu steuern. Es ist einfacher, unsere Begierden zu kontrollieren, gesündere Lebensmittel auszuwählen und ein angemessenes Körpergewicht aufrechtzuerhalten.
Chronischer Schlafmangel – eine moderne Erschöpfungsepidemie
Das heutige Lebenstempo, die ständige Informationsflut sowie die Häufung beruflicher und privater Verpflichtungen prägen die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Für viele Menschen wird verkürzter Schlaf zu einer unvermeidlichen Notwendigkeit – innerhalb von nur 24 Stunden müssen immer mehr Aufgaben bewältigt werden, was zu einer systematischen Reduzierung der nächtlichen Ruhezeit oder zu einer Verschlechterung ihrer Qualität führt. Schlafmangel betrifft dabei nicht nur Erwachsene, sondern auch Jugendliche und Kinder. Wie aus dem Bericht *„Wie schlafen die Polen?“*, der 2015 auf Basis einer Umfrage unter über tausend erwachsenen Polen veröffentlicht wurde, hervorgeht, könnten **Schlafstörungen bis zu drei Viertel der Bevölkerung** betreffen. Zwar gaben **53 % der Befragten** an, dass ihre Schlafdauer den empfohlenen Richtwerten (7–8 Stunden) entspricht, doch **30 % räumten ein**, nur 5–6 Stunden pro Nacht zu schlafen, während **75 % der Teilnehmer** über verschiedene schlafbezogene Beschwerden klagten. Zu den am häufigsten genannten gehörten: **chronische Müdigkeit und das Gefühl, nicht ausgeruht zu sein, übermäßige Tagesschläfrigkeit, Einschlafstörungen, häufiges nächtliches Aufwachen sowie Schwierigkeiten, wieder einzuschlafen**. Die Ursachen dieser Störungen sind vielschichtig – die Befragten nannten sowohl **gesundheitliche Faktoren** als auch **schädliche Gewohnheiten**, darunter: **das Mitnehmen von Berufsarbeit nach Hause und deren Erledigung bis in die späten Nachtstunden, chronischen Berufsstress, Fernsehen, die Nutzung elektronischer Geräte (Handys, Tablets) kurz vor dem Schlafengehen oder das Essen unmittelbar vor dem Zubettgehen**. Daten aus epidemiologischen Studien in den USA deuten darauf hin, dass **Schlafstörungen bis zu 30–40 % der Bevölkerung** betreffen könnten (Dopheide, 2020), wobei sich dieses Problem von Jahr zu Jahr verschärft. Besonders alarmierend sind die Ergebnisse bei **Schülern und Jugendlichen** – laut Lahey (2014) hält sich **nur 20 % der Jugendlichen** an die empfohlene Schlafdauer von **9 Stunden pro Nacht**
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